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Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft

Landesverband Niedersachsen e.V. - Bezirk Nordheide e.V. - Adendorf-Scharnebeck e.V.

Hilfe kommt auf Schlitten und Leitern

Karsten Kirchgässler erklärt die Rettung mit Steckleitern

Scharnebeck 16.02.2012

Jan Erdmann schmeißt sich auf den Rettungsschlitten und schlägt die Eispickel in die zugefrorene Seeoberfläche. Blitzschnell zieht sich der Lebensretter über das Eis, der 27-Jährige weiß genau: Für den Verunglückten zählt im eiskalten Wasser jede Sekunde. Vorsichtig nähert sich Erdmann der Unglücksstelle - und zieht schließlich die orange-weiße Übungspuppe an Bord seines Rettungsschlittens. An diesem Abend ist die Szene am Scharnebecker Inselsee nur Training, doch bei dem aktuellen Tauwetter könnte aus der anschaulichen Übung jederzeit Ernst werden.

Polizei und Feuerwehr warnen derzeit immer wieder vor dem Betreten der Eisflächen, erst vor zwei Tagen sind in Celle zwei Jungen mit ihren Rädern auf dem Eis eingebrochen (LZ berichtete). Für solche Ernstfälle probt die Schnelleinsatzgruppe der DLRG im Kreis Lüneburg die Eisrettung jeden Winter. Für die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren aus Boltersen, Rullstorf und Scharnebeck hingegen ist das Training auf dem zugefrorenen Inselsee am Mittwochabend eine Premiere. Im Gegensatz zur DLRG haben sie an Bord ihrer Einsatzwagen keinen professionellen Eisrettungsschlitten, nähern sich stattdessen mit zwei Steckleitern der Unglücksstelle. Goldene Regel allerdings für beide Rettungsmethoden: "Niemals dem Verunglückten die Hand geben, sonst droht ihr, selbst ins Wasser zu fallen", sagt der stellvertretende DLRG-Zugführer Karsten Kirchgässler.

Ebenso wichtig ist für beide Teams die Sicherung. Seile werden an Retter, Schlitten, Leitern und der verunglückten Person befestigt, Teamkollegen am Ufer ziehen Rettungsgespann und Menschen dann ans sichere Ufer. Ein Einsatz, der für die Feuerwehrleute mit den Leitern wesentlich mühsamer ist, als für die DLRG. Doch im Ernstfall ist die Ortsfeuerwehr oft schneller am Einsatzort als die Lebensretter, die für den gesamten Landkreis zuständig sind. "Deswegen sind wir froh, dass wir die Eisrettung, die wir bisher nur theoretisch durchgenommen haben, heute mal praktisch üben", sagt Feuerwehrmann und Jugendwart Philipp Neben.

DLRG-Rettungsschwimmer Jan Erdmann hat die Eisrettung schon viele Male geprobt - in Theorie und Praxis. Angst vor dem Ernstfall hat der Lüneburger deshalb nicht, er ist überzeugt: "Dann werde ich umsetzen, was ich hier gelernt habe." Bisher ist ihm dieser Einsatz allerdings erspart geblieben, und auch Einsatzleiter Michael Düker hat in seiner 20-jährigen Zeit beim DLRG noch keine reale Eisrettung miterlebt. Sollte es allerdings dazu kommen, weiß er: "Wir sind darauf vorbereitet."

 

Quelle: Landeszeitung vom 17.02.2012

 

Video von der Übung